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Montag, 26. November 2012, 21:16

Bildrechte an öffentlichen Gebäuden?

Frage in die Runde (oder gibt es dazu einen Thread?):

konkreter Fall: ich fotografiere in meiner Stadt in der Hauptstraße die Häuser (Geschäftshäuser sowie Wohnhäuser), um daraus
ein ziemlich großes Panoramabild zu erstellen. Das ganze werde ich natürlich versilbern wollen. Menschen und Autos lasse ich mit CS6 rausrechenen. Muß ich praktisch jeden Besitzer fragen, ob seine Hütte darauf abgebildet sein darf? Ist ja nicht das gleiche wie Google Streetview! Oder sind Bilder einer Stadt automatisch öffentlich verwendbar?
Vielleicht hat jemand ein rechtstaugliches Statement! Grazie ! :help:

Acid.Drop

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Dienstag, 27. November 2012, 02:17

Hi Didako.

Schwirige Sache und ich würde dir Raten, frag einfach einen Anwalt ( die sind ja nicht alle Geldgeile Blutsauger und wollen gleich Abkassieren ) denn wir sind hier alle kein Juristen, etwas definitives kannst du in keinem Forum erwarten denn es gibt zu viele Faktoren die zwei nahezu identische Fälle komplett unterschiedlich machen, Juristisch gesehen.

An und für sich hast du mit Streetview schon das größte Kontraargument selber gebracht, alle Gebäude die Privatpersonen gehören sind keine öffentlichen Gebäude. Darunter fallen nur solche wie Kirche, Rathaus, Kaufhäuser usw. zu denen tendenziell jeder Zugang hat.
Allerdings bist du als Pivatperson bei weitem ( und das klingt nun böser als es gemeint ist, in deinem Fall aber ein Plus ist^^ ) unwichtiger als Google. Du bist ein Fotograf der Bilder von seiner Stadt machen will und leuten denen deine Stadt gefällt diese Bilder verkauft.
Denn eines ist unumstritten, Google geht es bei Streetview um die Häuser als solche sowie um deren Kartographierung zur Lage- und Positionsbestimmung, insbesondere in Verbindung mit einer Adresse überaus riskant und potentiell Gefährlich (Gewaltverbrecher haben ein enormes Informationspotential durch Streetview um Gegenden zu sondieren ).
Dir geht es hingegen um die Stadt, du willst Kunst machen und das ist von vorneherein klar ersichtlich.

Ob du nun aber jeden Besitzer fragen muss... rein rechtlich gesehen wäre es sicherlich nicht verkehrt sich so abzusichern, blöd nur wenn wirklich jemand nein sagen sollte. Ich bezweifle Stark das es mehr Konsquenzen als etwas Säbelrasseln geben würde, aber nun gut... immer Riskant einen Löwen zu wecken.

Letzten Endes ist es doch so, Urheberrecht usw. greift hier nicht, somit ist alles was im Raum steht die Frage nach der Privatsphäre, also genau das was Google dazu nötigte ganze Häuserblocks unkenntlich zu machen. Aber wie gesagt, deine Intention ist eine gänzlich andere und Kunst, was es ist, hatte schon immer gewisse Freiheiten und Grauzonen ( erst recht bei Privatpersonen )

Daher ist der Kern der Sache eine Frage, wird dein Panorama so detailiert und großflächig ausfallen das man den Menschen fast ins Wohnzimmer gucken kann?!
Wenn ja könnte es heikel werden, auch wenn du eine andere Intention hast, bei weitem nicht Googles Einflussbereich hast und Millionen Menschen sehen können das Familie Musterdings Müll im Vorgarten sammelt, wenn Herr Musterdings meint er würde durch dein Panorama diffamiert, könnte er dir eventuell Zivielrechtlich schon gehörig ans Bein pissen.

Wenn nein, wenn es ein Bild deiner Stadt ist und nicht jedes Schlafzimmer auf aktivitäten untersucht werden kann, dann kann mMn niemand etwas machen so lange du keine geheimen Regierungsanalgen Fotografierst oder Namen und Adressen dazu schreibst.

Abschließend, wenn du einen freundlichen Anwalt findest der dir ein kleines Statement geben kann, mach es, schadet doch nicht. Aber ganz wichtig, vergleich dich nicht mit Google, du bist wesentlich kleiner und hast eine ganz andere Intention und Mediale Aufmerksamkeit.

lg
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Dienstag, 27. November 2012, 12:57

ich werfe nochmal kurz was in den raum:
urheberrecht ;)

also eigentlich ist die rechtslage so, dass ein architekt das urheberrecht an seinen entworfenen gebäuden inne hat, bzw. die stadt.
so war es lange zeit beispielsweise in frankreich verboten selbstgeschossene bilder des eiffelturms zu verkaufen.
in deutschland ist die rechtslage jedoch ähnlich, wird aber nicht so verfolgt, da es heutzutage nahezu unmöglich ist und an der stelle die armen fotografen außnahmsweise mal in ruhe gelassen werden.

*klugsch*****-modus aus*
the best thing about getting lost is what you find along the way